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Wenn sich ein Musikduo nach dem iberischen Geigenvirtuosen Pablo de Sarasate benennt, ist damit ein hoher Anspruch verbunden. Die spanische Geigerin Irene Benito Temprano und der Gitarrist Michael Erni bewiesen mit Leichtigkeit, dass sie diesen Anspruch erfüllen können.


Sarasates berühmte Zigeunerweisen, op. 20, aber auch seine drei spanischen Tänze, op. 21 – 23, basieren auf folkloristischen Klängen aus Ungarn und Spanien. Mit der Gitarre als Begleitinstrument sind die Einflüsse von Csárdás und Flamenco besonders deutlich zu erkennen. Die Melodien verselbständigen sich, brechen in den Akkorden auf und erreichen in schnellem, ja rasantem Tempo die allerhöchsten Töne, um sogleich wieder in die Tiefe zu fallen – Irene Benito Temprano beherrschte diese schwierigen Läufe und Wechsel scheinbar mühelos. Michael Erni, der die Stücke des Konzerts in launigen Worten ankündigte, war seiner Kollegin ein einfühlsamer und aufmerksamer Begleiter.


Zum Schluss spielte das Duo Sarasate ein halbes Dutzend Tangos des wohl wichtigsten und berühmtesten argentinischen Tangosängers und -komponisten, dem legendären Carlos Gardel, der 1935 bei einem Flugzeugunglück verstarb. Tangos seien, so hat es ein Meister des Genres einmal ausgedrückt, «traurige Gedanken, die man tanzen kann». Irene Benito Temprano und Michael Erni aber zeigten, dass Tangos nicht nur von Herz und Schmerz handeln, sondern auch vom Leben, von der Liebe und der Freude am Dasein. Ein beglückendes Erlebnis!

Mittellandzeitung
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